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Die LU RONG YUAN YU 988, festgesetzt auf dem Weg nach Monrovia. Foto: Alejandra Gimeno/Sea Shepherd Global Captain Peter Hammarstedt, 30. März 2017:  Für die Besatzung der BOB BARKER und das 10 Mann starke Team der liberianischen Küstenwache war es nur eine Frage der Zeit, bis illegale Fischereischiffe zu ihnen kommen würden. Am Tag bevor die BOB BARKER in Liberia ankam, beschwerten sich lokale Fischer aus der Grenzstadt Harper – nur 13 Meilen von wo der Cavalla-Fluss Liberia von der Elfenbeinküste trennt – im regionalen Rundfunk über ausländische Schleppnetzschiffe, die ihre Kleinnetze überfuhren. Die Fischer ersuchten die Küstenwache um Hilfe.

Obwohl der Cavalla-Fluss eine natürliche Grenze zwischen zwei westafrikanischen Ländern bildet, sind Grenzen für die in dem nährstoffreichen Wasser laichenden Fische bedeutungslos. Für die Fischereifahrzeuge, die die Fische nach Ende der Fangsaison in Ghana, welches im Osten liegt, nach Westen jagen, sind die Grenzen ebenfalls unwichtig.

Die Stadt Harper ist nach dem US-Senator benannt, der vorschlug, dass das Land Liberia genannt wird. Als französische Behörden im Jahr 1797 mehrere amerikanische Handelsschiffe beschlagnahmten, standen die gerade unabhängig gewordenen USA und die Französische Republik am Rande eines Krieges. Agenten des französischen Aussenministers baten vor den Verhandlungen um Bestechungsgelder, um einen bewaffneten Konflikt (die bekannte XYZ-Affäre) zu vermeiden, worüber Robert Goodloe Harper, der Namensvetter der Stadt, schrieb: „Millionen für die Verteidigung, aber nicht einen Cent als Tribut!“ Somit bevorzugte er die Vorbereitungen für den Krieg vor Bestechungsgeldern.

Nicht lange nachdem die BOB BARKER an der ivorischen Grenze angekommen war, nutzte die LU RONG YUAN YU 988 den Schutz der Dunkelheit, um kurz nach Sonnenuntergang in liberianische Gewässer einzudringen und ihre Schleppnetzausrüstung innerhalb der sechs Seemeilen umfassenden Sperrzone, die den Kleinfischern Liberias vorbehalten ist, vollständig einzusetzen.

Ein Schlauchboot von Sea Shepherd, das von der BOB BARKER ins Wasser gelassen wurde, brauste zum Abfangen los und enterte das Wildererschiff, wobei ein widerspenstiger Fischerkapitän versuchte, einen Leutnant der Liberianischen Küstenwache (LCG) zu beissen, als diesem befohlen wurde, das Schiff zu stoppen, welches gerade versuchte, in ivorische Gewässer zu fliehen. Der Kapitän wurde überwältigt und die Maschine gestoppt.

- “Befindet sich dieses Schiff aktuell in den Hoheitsgewässern der Elfenbeinküste?“, fragte der LCG-Leutnant die Fischercrew, während er auf das GPS des Schiffes zeigte.
- “Nein”, gaben sie kleinlaut zu.
- “Gut”, bemerkte der LCG-Leutnant auf das Schuldbekenntnis hin, bevor er das Schiff festsetzte.

Die Sea Shepherd Crew und Soldaten der liberianischen Küstenwache beobachteten dann, wie die Fischer an Bord der LU RONG YUAN YU 988 den Befehl der Küstenwache, ihre Netze zu öffnen, befolgten und die Fische und Garnelen zurück ins Meer liessen.

Mit der Fischereiausrüstung an Bord fuhr die LU RONG YUAN YU 988 unter dem Kommando der liberianischen Küstenwache in Richtung Monrovia, was einen vollen Tag auf See entfernt ist.

Kurz nach Mitternacht demontierte der Kapitän eine Klimaanlage in seiner Kabine, in der er 36.000 ghanaische Cedi (etwa 8.000 Euro) versteckt hatte. Dieses Geld bot er dem LCG-Leutnant als Bestechungsgeld an, das Schiff freizulassen.

Nachdem er zwei Zeugen von der liberianischen Küstenwache dazugerufen hatte, erklärte der Leutnant dem Kapitän, dass Bestechung eine Straftat in Liberia sei, und dass diese Straftat der langen Liste an Verstössen hinzugefügt werde. Damit war der Kapitän erledigt.

Geld, das vom Kapitän angeboten wurde, um das Schiff freizulassen. Foto: Alejandra Gimeno/Sea Shepherd Global
Dank der Führung von Minister Brownie Samukai, Liberias Verteidigungsminister, wurde Liberia zum jüngsten Schlachtfeld im globalen Kampf gegen illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei (IUU).

An der Grenze zur Elfenbeinküste bildet die liberianische Küstenwache in Zusammenarbeit mit der Sea Shepherd-Crew die Frontlinie, die sowohl Fische, als auch die Rechte der örtlichen Kommunen schützt und dafür nicht einen Cent als Tribut nehmen.

Der Fang an Bord der LU RONG YUAN YU 988. Foto: Alejandro Gimeno/Sea Shepherd Global
Soldaten der liberianischen Küstenwache an Bord der LU RONG YU 988. Foto: Alejandra Gimeno/Sea Shepherd Global

Haie mit abgeschnittenen Flossen an Bord. Foto: Alejandra Gimeno/Sea Shepherd Global




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