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pukbay108.06.2018: Im Rahmen der PERKUNAS-Kampagne patrouillierte Sea Shepherd Deutschland mit der EMANUEL BRONNER mehrere Wochen lang in der polnischen Putziger Wiek (ein Abschnitt der Danziger Bucht), um Stellnetze zu überwachen. Die Zahl der gemeldeten Beifänge des vom Aussterben bedrohten Schweinswals war in diesem Gebiet besonders hoch. Untersuchungen zeigen auch, dass die meisten Beifänge auf Fischereiausrüstungen zurückzuführen sind, die inoffiziell “Semi-Treibnetze” genannt werden.

Der Schweinswal ist als "Art von gemeinschaftlichem Interesse" gelistet, deren Erhaltung die Festlegung besonderer Schutzgebiete nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) erfordert. Die Putziger Wiek ist eines dieser Gebiete, da sie ein wichtiger Lebensraum für die baltische Population ist, und trotzdem findet man in der Bucht zahlreiche Fischereiausrüstungen. In einer Woche Patrouille konnte die Besatzung der EMANUEL BRONNER mindestens 60 fest eingesetzte Netze dokumentieren. Die meisten von ihnen gelten als Semi-Treibnetze. Während Stellnetze für gewöhnlich an beiden Enden verankert sind, sind Semi-Treibnetze nur einseitig verankert und bewegen sich sonst frei mit der Strömung. Es handelt sich somit um eine Variante von Treibnetzen, die von der EU seit 2008 in der gesamten Ostsee verboten sind, da sie als besonders gefährlich für Nichtzielarten eingestuft wurden.


Mangels angemessener Definition kann jedes verankerte Netz zum Stellnetz erklärt werden. Die Fischer in der Putziger Wiek, die vor dem Verbot hauptsächlich Treibnetze als Fischfanggeräte verwendeten, nutzen dieses Schlupfloch, um mit ihren Netzen weiter zu fischen, indem sie an einem Ende einen Anker setzen. Für Schweinswale ist es gefährlich, wenn die Netze mit der Strömung ihre Richtung ändern. Ausserdem treiben die Netze an der Oberfläche – ein Bereich, den die Schweinswale ständig aufsuchen müssen, um zu atmen. Darüber hinaus ist die Gefahr des Verhedderns gross, da das Netz nicht gespannt ist. Semi-Treibnetze sind Todesfallen für Schweinswale, Robben und Seevögel – aber das sind auch Stellnetze. Tatsächlich sind Stellnetze für die Mehrzahl der gefangenen Schweinswale in der Ostsee verantwortlich. Da beide nicht selektiv sind, stellen sie die gleiche Bedrohung für Tiere dar.

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Dennoch war das Verbot von Treibnetzen im Jahr 2008 eine richtige Entscheidung, obwohl gleichzeitig Stellnetze hätten verboten werden sollen. Wenn man bedenkt, dass die polnischen Fischer in der Putziger Wiek weiterhin die gleichen Netze mit einer kleinen Änderung verwenden, wird deutlich, dass das Verbot nicht zu einer tatsächlichen Änderung geführt hat. Die negative Auswirkung war jedoch, dass die Fischer den Beifang von Schweinswalen nicht mehr meldeten, da sie befürchteten, dass dies zu einem Verbot von Stellnetzen führen würde. Häufig versuchen sie nun, den Beifang zu vertuschen, indem sie Steine in die Körper der toten Wale legen und sie auf den Meeresboden sinken lassen. Wenn Tierkadaver an Land gespült werden, sind sie meist zu zersetzt, um die eigentliche Todesursache zu bestimmen. Manchmal werden nur die Schwanzflossen von Schweinswalen gefunden, die abgeschnitten wurden, um verhedderte Tiere aus den Netzen zu entfernen. Einige Wissenschaftler behaupten, dass mehr als die Hälfte der angeschwemmten Schweinswale an den Folgen des Beifangs gestorben ist.

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In der Tat ist es so, dass sich die Zahl der gefangenen Schweinswale seit dem Treibnetzverbot nicht verändert hat, sondern lediglich die Anzahl der gemeldeten Fälle. Im März wurde ein gesunder, junger, männlicher Schweinswal in einem Stellnetz an der polnischen Küste in Rowe gefangen, wie die Meeresstation Hel berichtete. Ein weiterer Schweinswal wurde im Mai desselben Jahres in verwestem Zustand zwischen Zoppot und Gdingen in der Danziger Bucht angespült. Beide Tiere zählten zu der vom Aussterben bedrohten baltischen Population. Mit nur noch 500 Tieren bleibt keine Zeit für schwache Vorschriften, die Schlupflöcher zulassen. In Gebieten wie der Putziger Wiek, die für das Überleben des Schweinswals wichtig sind, müssen alle Arten von festen Netzen, wie zum Beispiel Stellnetze, verboten werden.

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