Nicht eine einzige Robbe ist während der Kampagne gestorben. Foto: Sea Shepherd3. Oktober 2015:  Bericht von Henri Kuittinen, Leiter der Kampagne Operation Saimaa Seal

Operation Saimaa Seal wurde ins Leben gerufen, um die weltweit bedrohteste Robbenart
und eines der bedrohtesten Säugetiere der Welt zu schützen: die Saimaa-Ringelrobbe
des Saimaa-Sees in Finnland.

Die Saimaa-Ringelrobbe steht am Rande des Aussterbens. Experten sagen voraus, dass diese Art in wenigen Jahrzehnten vollkommen ausgelöscht sein wird. Aktuellen Schätzungen zufolge gibt es nur noch 320 Tiere.

Die Sea Shepherd­-Crew setzte im Saimaa-Gebiet ein Aluminium-Motorboot ein, das mit Sonar, Kartenplotter und einer Unterwasser-Kamera ausgestattet war. Foto: Sea ShepherdDie grössten Bedrohungen der vom Aussterben bedrohten Robbe sind illegale Fischernetze und Reusen.

Die Netzfischerei ist in finnischen Naturschutzgebieten im Frühjahr verboten, und der Einsatz von Reusen (Fischfallen) ist geregelt, um den möglichen Schaden, den sie für die Robbe darstellen, zu minimieren. Doch trotz der Bemühungen der wenigen engagierten Inspektoren werden die geltenden Vorschriften schlecht durchgesetzt und tragen daher nur wenig zum Schutz bei.

Massnahmen

Das tägliche Ziel der Sea Shepherd-Freiwilligen war es zu patrouillieren und dabei so viel Fläche wie möglich abzudecken, um sicherzugehen, dass sich dort keine Fischernetze befinden.

Der ganze Einsatz erstreckte sich über insgesamt 4521 km (2441,14 Seemeilen) – eine Distanz von Helsinki bis nach Pakistan oder von Amsterdam zum Nordpol.

Arbeit mit der Gemeinde

Die Präsenz von Sea Shepherd Finnland am See animierte die Einheimischen, sich stärker bei der Kontrolle und Überwachung ihrer eigenen Gewässer zu engagieren. Die Behörden mussten zusätzliche Ausbildungsstage organisieren, um alle Bewerber als Fischerei-Inspektor berücksichtigen zu können. Nach Angaben des leitenden Inspektors hat es das noch nie gegeben und ist nur auf die Aktionen von Sea Shepherd Finnland zurückzuführen. Mindestens ein Dutzend neue Inspektoren wurden ausgebildet.

Sea Shepherd-Freiwillige patrouillierten täglich und hielten Ausschau nach potenziellen Gefahren für die Saimaa-Ringelrobbe. Foto: Sea ShepherdErgebnisse

Im Verlauf der Kampagne fanden Sea Shepherd-Freiwillige zehn illegale Netze und dokumentierten und meldeten etwas mehr als 400 verschiedene Reusen, von denen 199 als illegal erachtet wurden. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 392 Fallen und 4 Netze gefunden wurden, erhöhte das die Anzahl von Funden erheblich.

Ein Fischer wurde dabei von Sea Shepherd-Freiwilligen auf frischer Tat ertappt, die sofort den leitenden Inspektor und die Polizei informierten.

Sea Shepherd-Freiwillige trafen während der Kampagne auf etwa 10 bis 20 Robben. Alle Sichtungen wurden für die Universität Ostfinnland dokumentiert. Viele dieser Tiere waren noch nie zuvor identifiziert oder fotografiert worden. Alle Sichtungen wurden den Regierungsvertretern wie auch Forschern gemeldet.

Der Geschäftsführer des Bundes für finnische Fischerei lobte öffentlich die Aktionen der Kampagne Operation Saimaa Seal, da sie nützlich für die Robben seien.

Wir freuen uns sehr, mitteilen zu können, dass nicht eine Robbe während der Kampagne gestorben ist.

Diese Karte zeigt das insgesamt patrouillierte Gebiet während Operation Saimaa Seal: unglaubliche 4521 Kilometer.

Diese Karte zeigt das insgesamt patrouillierte Gebiet während Operation Saimaa Seal: unglaubliche 4521 Kilometer.