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16. Januar 2011

PW Greenpeace 1976 Paul Watson and Bob Hunter blocking shipKommentar von Kapitän Paul Watson, Greenpeace-Gründungsmitglied

Greenpeace versucht, Captain Paul Watson „verschwinden“ zu lassenGreenpeace ist sehr böse auf Sea Shepherd und mich geworden aufgrund unserer Interventionen gegen den illegalen japanischen Walfang im Südpolarmeer und den illegalen Thunfischfang im Mittelmeer, wie auch unserer Kritik an der Ineffektivität von Greenpeace. Tatsächlich sind sie so wütend geworden, dass sie jetzt auf ihrer Website veröffentlichten, sie würden mich nicht länger als Gründungsmitglied von Greenpeace betrachten. Ab sofort werde ich nur noch als "frühes Mitglied“ geführt.

Wir erleben also, dass ein Haufen Leute, die damals nicht vor Ort waren, viele von ihnen noch nicht einmal geboren, beschlossen haben, die Geschichte ihrer Organisation umzuschreiben. Als Konsequenz führt mich die Greenpeace-Website nun nicht mehr in der Liste der Greenpeace-Gründer.

Greenpeace hat sich eine Seite aus dem alten russisch-bolschewistischen Handbuch über Medienarbeit herausgerissen und sich entschieden, einfach ihre eigene Geschichte neu zu schreiben. Ich kann mir vorstellen, dass ich als Nächstes aus den früheren Fotos entfernt werde.

Man möchte meinen, sie würden mich einfach dafür verklagen, dass ich fälschlicherweise behaupte, ein Gründungsmitglied zu sein, aber das Problem bei dieser Vorgehensweise wäre, dass die Wahrheit zu meiner Verteidigung bereitstünde und die Sachlage ihren Revisionismus gehaltlos zusammenschrumpfen ließe.

Es ist wirklich sehr amüsant. Anscheinend bin ich für diese Bürokraten vom Dienst, die zu einer der größten Wohlfühlorganisationen der Welt geworden sind, zu einer derartigen Bedrohung angewachsen, dass sie dazu getrieben werden, meine Rolle als Gründer der Organisation zu leugnen, die ihnen heute ihren Lohn bezahlt.

Sie haben das schon einmal in den Niederlanden so gemacht, als ich aufgrund meiner Rolle beim Versenken des norwegischen Walfangschiffes zeitweise inhaftiert war. Dennoch kam zu diesem Zeitpunkt mein Mitbegründer von Greenpeace, Freund und erster Greenpeace-Präsident, Robert Hunter, nach Amsterdam um eine Pressekonferenz zu halten und meine Position als rechtmäßigem Mitgründer von Greenpeace zu verteidigen.

Bob Hunter verstarb 2005, daher kann er nichts tun, um gegen ihre neu erstellten revisionistischen Behauptungen ein zweites Mal anzugehen. Andere Mitgründer, wie Ben Metcalfe, Irving Stowe, Dr. Lyle Thurston und Kapitän John Cormack, sind in der Zwischenzeit ebenfalls verstorben. Doch Bobbi Hunter, Rod Marining, David Garrick, Paul Spong, Rex Wyler und auch Patrick Moore sind am Leben und Greenpeace hat nicht einen von ihnen zitiert, der gesagt hätte, ich sei kein Greenpeace-Mitbegründer, noch haben sie ein einziges Dokument hervorgebracht, um ihre Bezichtigung zu untermauern. Die beste Geschichte von Greenpeace, die jemals geschrieben wurde, mit dem Titel Greenpeace von Rex Wyler und natürlich Bob Hunters legendäres Buch Rainbow Warriors bestätigen beide meine Rolle als Mitbegründer.

Weiter unten findet sich die Behauptung von der Greenpeace-Website meine kürzlich überarbeitete Geschichte betreffend. Ich habe mich entschieden, ihren Behauptungen eigene Kommentare beizufügen, um den Sachverhalt zu korrigieren. Anfangs habe ich das ignoriert, aber in den Medien sind zu viele Kommentare aufgetaucht, die diese Seite als „Beweis“ dafür zitierten, daß ich kein Greenpeace-Gründungsmitglied sei. Ich habe daher keine andere Wahl, als meinen Standpunkt demgegenüber zu verteidigen.

Jedenfalls, um diesen Dingen wirklich auf den Grund zu gehen, biete ich persönlich 25.000 € für jedermann, Greenpeace-Mitglied, Journalist, oder Laie, der den Beweis liefern kann, der diesen lächerlichen Revisionismus durch Greenpeace belegt. Wenn irgendjemand beweisen kann, dass ich kein Greenpeace-Gründungsmitglied bin, werde ich 25.000 € aus meiner eigenen Tasche bezahlen.

Nicht dass ich irgendetwas hätte, worüber ich mir Sorgen machte, weil der Beweis, um diese absurden Bezichtigungen von Greenpeace zu belegen, nicht existiert. Aber für diejenigen, die daran zweifeln und ihre Zweifel mit Beweisen belegen wollen, liegt die Belohnung auf dem Tisch.

Also hier sind meine Anmerkungen in Beantwortung dieses blödsinnigen Geredes auf der Greenpeace-Website.

Greenpeace: Paul Watson, Sea Shepherd und Greenpeace: einige Fakten.

Paul Watson: Zu behaupten, dass irgendetwas ein Fakt ist, heißt nicht zwangsläufig, dass es auch so ist.

Greenpeace: Paul Watson ist der Gründer der Sea Shepherd Conservation Society und ein frühes Mitglied von Greenpeace. In den letzten Jahren wurde Paul sehr kritisch gegenüber Greenpeace, in der Presse und auf seiner Website. Die untenstehende Information stellen wir als Service für unsere Förderer zur Verfügung, um ein paar Fakten auf den Tisch zu legen über Pauls Geschichte mit Greenpeace und die Art unserer Unstimmigkeiten.

Paul Watson wurde 1971 für Greenpeace aktiv, als Mitglied unserer zweiten Expedition gegen die Atomwaffentests in Amchitka, und er fuhr fort, an Aktionen gegen Walfang und das Schlachten von Sattelrobben teilzunehmen. Er war ein einflußreiches frühes Mitglied, aber nicht, wie er manchmal angibt, ein Gründer.

Paul Watson: Ich war auf der Liste für die 1. Crew auf dem ersten Schiff, wurde aber der Greenpeace Too zugewiesen. Es war die Greenpeace Too, die vor Ort war, als der Test stattfand. 1972 änderten wir den Namen von Don’t Make a Wave Committee in Greenpeace Foundation. Ich war einer der ursprünglichen Direktoren der Greenpeace Foundation, exakt seit dem Tag dieser Gründung.

Ich wurde im Oktober 1969 aktiv, als ich an dem Protest gegen Atomversuche bei Amchitka teilnahm, der vom Sierra Club und den Quäkern organisiert wurde. Ich war zu diesem Zeitpunkt Mitglied des Sierra Clubs. Dieser Protest führte zu den ersten Treffen und Folgetreffen des Don’t Make a Wave Committees in der Unitarian Church an der 49sten und der Oak Street in Vancouver. 1970 entwickelten wir die Idee, ein Schiff an den Testort in den Aleuten zu bringen. Wir haben 1970 und 1971 hindurch gearbeitet, um Spenden für diese Kampagne aufzubringen. Wir haben ein Konzert mit Joni Mitchell, James Taylor und Phil Ochs veranstaltet, um das Geld aufzubringen, das erste Boot zu chartern. Ich hatte Phil Ochs zu Gast in meinem Haus.

Bei einem der frühen Treffen verließ jemand das Treffen und machte ein V Friedenszeichen und sagte „peace“. Bill Darnell antwortete: „Mach es zu einem grünen Peace (green peace)". Robert Hunter hatte den Geistesblitz, dies als Schiffsnamen zu verwenden und so kamen die Schiffe Greenpeace und Greenpeace Too vor der Organisation namens Greenpeace.

Ich war das jüngste Mitglied des Don’t Make a Wave Committee von 1970 und nahm als Crewmitglied an der ersten Greenpeace-Kampagne gegen Atombombentests bei Amchitka teil. Greenpeace behauptet, es sei die zweite Expedition gewesen, aber sowohl die Greenpeace als auch die Greenpeace Too waren Teil derselben Expedition. Ich war auf der Greenpeace Too, dem Schiff, das in den Aleuten war, als die Bombe hochging. Das erste Schiff war bereits zurückgekehrt. Als Greenpeace 1972 offiziell als Greenpeace Foundation registriert wurde, war ich einer der Unterzeichner als Gründungsmitglied. Ich war zudem eine der acht Personen, die 1979 Greenpeace International gründeten. 1972 war Robert Hunters Mitgliedsnummer #000, Roberta Hunters Mitgliedschaft war #001 und meine war #007. Ich habe die Karte noch. Ich war tatsächlich das jüngste Gründungsmitglied von Greenpeace. Ich war 18, als ich 1969 an der Demonstration an der Grenze teilnahm und 20, als wir 1971 losfuhren, um uns der Bombe entgegenzustellen. Ich finde es belustigend, dass einige der Greenpeacer, die mich heute bezichtigen, kein Gründungsmitglied der Organisation zu sein, zu der Zeit noch nicht einmal geboren waren.

Ich lasse es mir auf der Zunge zergehen, wie sie immerwährend erzählen, ich hätte bei den Aktionen gegen Walfang und die Schlachtung von Sattelrobben teilgenommen, während in Wirklichkeit Robert Hunter, Paul Spong und ich die Antiwalfang-Kampagne ins Leben gerufen und ich persönlich zusammen mit David Garrick die Kampagne gegen das Robbenschlachten begründet habe. Ich war erster Offizier auf der ersten und zweiten Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Wale in den Jahren 1975 und 1976 und ich war der Expeditionsleiter der Robbenkampagnen von 1976 und 1977.

Im September 1979 war ich einer der unterzeichnenden Gründer von Greenpeace International. Interessant, denn das war zwei Jahre nachdem ich, wie Greenpeace behauptet, wegen des Verfechtens „gewaltbereiter“ Taktiken aus der Organisation ausgeschlossen worden sein soll.

Einige weitere Hintergründe zu den ersten Greenpeace-Seefahrten:



Die Fahrt der Greenpeace Too, des Schiffes auf dem ich war, war keine zweite Expedition. Sie war Teil der ersten Expedition. Die Phyllis Cormack brachte eine 13-köpfige Crew auf die Aleuten. Nach einem Monat kehrten sie zurück und sie wurden abgelöst von der 35-köpfigen Crew auf der Greenpeace Too. Ich war einer von dieser Crew. Es war unser Schiff, das vor Ort war, als die unterirdische Bombe gezündet wurde. Tatsächlich waren Rod Marining, Chris Bergthorson und ich selbst die einzigen Gründungsmitglieder, die an diesem Tag in der Nähe von Amchitka waren. Obwohl ich 1969 im Don’t Make a Wave Committee aktiv war, behauptet Greenpeace nun, ich sei 1971 bei Greenpeace aktiv gewesen. Dies war das Jahr der ersten Fahrt, deren aktives Crewmitglied ich war, doch Greenpeace hat faktisch nicht existiert bis zum Jahr 1972, als der Name Don’t Make a Wave Committee in Greenpeace Foundation geändert wurde.

Greenpeace: Er wurde von der Führung von Greenpeace 1977 hinausgeworfen, mit einer Abstimmung von 11 zu 1 (nur Watson selbst stimmte dagegen).

Paul Watson: Ich wurde in Wahrheit niemals bei Greenpeace hinausgeworfen. Ich wurde aufgrund eines Antrags von Patrick Moore aus dem Direktorium abgewählt, der sich gegen meinen aggressiven Widerstand gegen die Killer der Babyrobben stellte. Der unterschwellige Grund dafür war, dass ich eine Bedrohung für seine Übernahme der Greenpeace-Leitung von Bob Hunter war. Es stand mir frei, meine Arbeit mit Greenpeace fortzusetzen, aber ich entschied dagegen. Ich wurde tatsächlich aus dem Greenpeace-Direktorium gewählt, aber ich trat freiwillig bei Greenpeace aus. Greenpeace stellt das oben fest, wenn sie sagen, ich sei aus der Führung entlassen worden (was den Vorstand meint). Sie sagen nicht, ich sei aus Greenpeace verwiesen worden. Tatsächlich bleibe ich lebenslang Mitglied von Greenpeace, es sei denn, sie haben nun meine lebenslange Mitgliedschaft widerrufen.

Greenpeace: Bob Hunter (einer der frühen Greenpeace-Anführer, nach dem ein Sea Shepherd-Schiff benannt wurde) beschrieb das Ereignis in seinem Buch, der Greenpeace-Chronik:

„Niemand bezweifelte nur einen Moment seinen [Watsons] Mut. Er war ein großartiger Kampfesbruder. Doch in Hinblick auf die (psychologische, Anm. d. Ü.) Gestalt von Greenpeace, schien er von einem zu machtvollen Antrieb erfüllt zu sein, einem zu unbeugsamen Wunsch, sich selbst an die vorderste Front und in das Zentrum des Geschehens zu rücken, wobei er jeden anderen beiseite schob. Er war beständig zu anderen Stellen gegangen und hatte die Rolle eines Meuterers ausgespielt. Überall wo er hinging, erzeugte er Spaltung. Wir hatten alle das Gefühl, in ein Netz zu geraten, das wir nicht entstehen sehen wollten, doch dann, als es geschehen war, blieb nichts zu tun als die Axt anzusetzen, selbst wenn das bedeutete, sie gegen das Genick unseres Bruders zu richten.“

Paul Watson: Bob hat tatsächlich diese Worte geschrieben und später hat er Greenpeace verlassen, um mit mir auf meinen Schiffen zu fahren und er hat viele positive Dinge über Sea Shepherd und mich selbst in Büchern wie Red Blood und in seinen Kolumnen veröffentlicht. Er war ein lebenslanger Freund und Kamerad und er und seine Frau Bobbi setzten ihr Haus als Sicherheit ein, um mir dabei zu helfen, den Erwerb der Sea Shepherd II zu finanzieren. Doch sollte man beachten, dass Bob den Begriff „Bruder“ in diesem Buchauszug benutzte. Warum? Weil ich nicht bloß irgendjemand war. Ich war ein Gründungsmitglied der ersten Stunde und eines der ersten Crewmitglieder. Das ist der Grund, warum Bob sagt, es sei eine harte Entscheidung gewesen. Der Grund, aus dem ich rebellierte, war, dass Patrick Moore die Kontrolle über Greenpeace übernommen hatte und das störte mich. Meine Sorgen wurden Jahre später Wirklichkeit. Patrick arbeitet jetzt als Lobbyist und PR-Wortverdreher für die Holzfällerindustrie, die Bergbauindustrie, die Lachsfarmer, die Chlorindustrie und Präsident George Bush ernannte ihn zum Promoter der Nuklearindustrie.

Robert Hunter hat das nicht in einem Buch mit dem Titel Greenpeace Chronik geschrieben. Er schrieb es in einem Buch mit dem Titel Warriors of the Rainbow. Interessant ist, dass Robert Hunter mir später sagte, ich hätte mit dem Weg, den ich eingeschlagen habe, Recht gehabt und er wurde Sea Shepherd-Aktivist und Crewmitglied und nahm an zahlreichen Fahrten aus verschiedenen Anlässen in den Jahren 1988 bis 2001 mit uns teil. Bob und Bobbi Hunter liehen mir sogar Kapital, um mir bei der Anschaffung des ersten Sea Shepherd-Schiffs zu helfen. Bob sagte mir später, und schrieb es auch in seinen Büchern, dass es eine positive Entscheidung gewesen sei, dass ich Greenpeace verlassen habe, um einen anderen Weg einzuschlagen. Greenpeace hat nie ein Schiff nach Robert Hunter benannt, aber Sea Shepherd hat es getan.

Greenpeace beschreibt Robert Hunter als einen der „frühen Anführer“ von Greenpeace. Das schmälert mit Sicherheit den unglaublichen Beitrag, den Bob Hunter zu Greenpeace geleistet hat. Tatsache ist, dass Robert Hunter „der“ Gründungsvater von Greenpeace ist. Wäre Rober Hunter nicht gewesen, hätte Greenpeace sich 1974 als Organisation aufgelöst. Es war Hunters Vision, Antrieb und Bestimmung, die Greenpeace in die Lage versetzten, zu einer weltweiten Macht zum Schutz der Umwelt zu werden.

Die meisten dieser Leute, die nun die Greenpeace-Geschichte umschreiben, haben niemals Robert Hunter oder mich selbst getroffen und haben keinerlei Wissen aus erster Hand über die frühen Tage von Greenpeace.

Eine akkuratere Geschichte von Greenpeace kann man in dem Buch Greenpeace von Rex Wyler finden, der erstmals mit Greenpeace auf der Kampagne von 1975 zum Schutz der Wale diente, an der Seite von Robert Hunter und mir.

Greenpeace: Verwirrung: Greenpeace und Sea Shepherd

Watson gründete seine eigene Gruppe, Sea Shepherd, 1977.

   * 1986 führte Sea Shepherd eine Aktion gegen die isländische Walfangstation in Hvalfjoerdur durch und versenkte zwei isländische Walfangschiffe im Hafen von Reykjavik durch Öffnen ihrer Bodenventile; [1]

   * im Dezember 1992 versenkte Sea Shepherd das Schiff Nybroena im Hafen; [2]

   * Sea Shepherd behauptete, das taiwanesische Treibnetzschiff Jiang Hai im Hafen von Taiwan versenkt und vier weitere asiatische Treibnetzschiffe gerammt und außer Kraft gesetzt zu haben; [3]

   * ein kanadisches Gericht wies Watson und sein früheres Schiff, die Cleveland Armory, an, einen Gesamtbetrag von $35,000 für das Rammen eines kubanischen Fischfangschiffes vor der Küste Neufundlands im Juni 1993 zu zahlen; [4]

   * im Januar 1994 beschädigte die Gruppe massiv das Walfangschiff Senet im norwegischen Hafen von Gressvik. [5]

Jedes der oben erwähnten Schiffe wurde wieder flott gemacht und zur Fortsetzung des Walfangs in Stand gesetzt.

Kapitän Paul Watson: Greenpeace hat nur ein paar unserer Aktionen angerissen, aber scheint den Eindruck zu erwecken, daß diese nicht von großer Bedeutung waren. Zu behaupten, daß die Schiffe zwar beschädigt, aber wieder flott gemacht wurden, ist nicht die ganze Wahrheit. Die beiden isländischen Walfangschiffe wurden überholt, aber nie mehr eingesetzt, weil die gesamte Ausrüstung und Elektronik zerstört worden war. Dieser Erfolgstreffer kostet die Isländer $10 Mio. und hat sie für ein Jahrzehnt lahmgelegt. Greenpeace hat das Walfangschiff Sierra oder die beiden 1981 versenkten spanischen Walfangschiffe unerwähnt gelassen. Alle drei haben niemals wieder Wale gejagt. Ebensowenig das Walfangschiff Astrid oder die südafrikanischen Walfangschiffe Susan und Theresa. Sie liegen falsch mit dem Bußgeld. Sea Shepherd hat nie eine Buße für das Rammen eines kubanischen Trawlers bezahlt, und in Wirklichkeit entschied das Gericht, daß der Trawler überhaupt nicht gerammt worden sei – es gab keinen Beweis für irgendeinen Kontakt. Die norwegischen Walfangschiffe wurden repariert und wieder flott gemacht und das Ergebnis war eine Erhöhung der Prämien für die Seeversicherung um 3000%. Unsere Kampagnen zur Vernichtung illegaler Walfangschiffe waren sehr erfolgreich und sehr kostspielig für die Waljäger.

Greenpeace: In einem Artikel im New Yorker von 2008 behauptet Watson, Sea Shepherd habe seit ihrer Gründung zehn Schiffe versenkt, doch die Autorin des Artikels merkt mit einiger Skepsis an, dass sie nicht in der Lage war, diese Zahl zu bestätigen.

Kapitän Paul Watson: Es ist schwierig, verdeckte Aktionen zu überprüfen, aber sonst bekannte sich niemand zu den Versenkungen. Sea Shepherd tat das. Also wenn nicht wir, wer sonst? Greenpeace scheint uns für das Versenken von Walfangschiffen verdammen zu wollen und ebenso für das Nicht-Versenken von Walfangschiffen. Der Artikel ist von einem Mann geschrieben worden und nicht von einer Frau, wie Greenpeace oben angibt.

Greenpeace: Paul Watsons und Sea Shepherds Aktionen sind manchmal fälschlicherweise Greenpeace zugeschrieben worden, oft in dem Versuch anderer, den Ruf von Greenpeace hinsichtlich Gewaltfreiheit zu beschädigen.

Kapitän Paul Watson: Es trifft mich, dass Greenpeace die Anerkennung für unsere Aktionen einheimst, aber es könnte damit zu tun haben, dass Greenpeace Anzeigen schaltet, die sich mit unseren Aktionen decken oder unseren Aktionen unmittelbar folgen, um daraus Kapital für ihre Publicity zu schlagen. Ich kann nicht erkennen, auf welche Weise es den Ruf einer Organisation schädigen könnte, die behauptet Wale zu schützen, wenn ihr die Stillegung von Walfangaktivitäten zugeschrieben wird.

Greenpeace: Greenpeace hat niemals ein Walfangschiff versenkt.

Kapitän Paul Watson: Nein, das haben sie tatsächlich nicht. Greenpeace macht Fotos und Videos von sterbenden Walen, und Greenpeace hat darin versagt, auch nur einen einzigen Wal zu retten. Sea Shepherd hat 528 Wale im Jahr 2010 gerettet, 305 Wale in 2009, etwa 500 in 2008, weitere 500 in 2007 und 83 in 2006. Wir haben außerdem die Laufbahn zahlreicher Walfangschiffe beendet und damit viele Tausend Wale gerettet. Sea Shepherd rechnet es sich mit Stolz als Verdienst an, Walfangschiffe versenkt zu haben und wir sind ebenso stolz auf die Tatsache, dass wir nie einem einzigen Menschen Verletzungen zugefügt haben.

Greenpeace: Einige Anti-Umweltschützer versuchen, den Umstand, dass eine extreme Minderheit in der Umweltschutzbewegung Zuflucht zu Gewalt und Sabotage nimmt, zu nutzen, um die gesamte Bewegung als „Terroristen“ zu brandmarken. Einer dieser Versuche ist ausdrücklich von einem norwegischen Gericht verurteilt worden.

Kapitän Paul Watson: Die Sea Shepherd Conservation Society ist keine terroristische Organisation und wir sind niemals wegen einer einzigen Straftat verurteilt worden (im Gegensatz zu Greenpeace) und wir hatten niemals jemanden, der ernsthaft verletzt wurde (im Gegensatz zu Greenpeace) und wir haben zahlreiche illegale Walfang-, Robbenfang- und Fischfang-Operationen beendet (im Gegensatz zu Greenpeace). Sea Shepherd bricht keine Gesetze, wir setzen sie durch. Greenpeace hat zahlreiche strafrechtliche Verurteilungen gehabt; Sea Shepherd hat keine.

Greenpeace: 1991 haben wir ein Abkommen mit Sea Shepherd geschlossen, dass wir uns von gegenseitiger öffentlicher Kritik zurückhalten würden. Heute sind viele von Sea Shepherds Spendenaufrufinformationen und Paul Watsons öffentliche Mitteilungen voll von Attacken gegen Greenpeace, unsere Methoden, unsere Aktivisten und unsere Förderer. Sie sind oft gepfeffert mit Ungenauigkeiten und völligen Unwahrheiten. Paul Watson führt weiter einen einseitigen Kampf, der für Greenpeace 1977 beendet war.

Kapitän Paul Watson: Ich weiß nichts von einem solchen Abkommen, aber ich denke, es wäre eine gute Idee. Was Greenpeace als Attacken durch Sea Shepherd bezeichnet, sind in Wahrheit unsere Antworten auf ihre Anschuldigungen gegen uns. Ich nehme Anschuldigungen wegen Terrrorismus nicht auf die leichte Schulter und ich bin nicht ihrer Meinung, dass sie Geld sammeln sollten, um Schiffe in die Antarktis zu entsenden, wenn sie das nicht tun. Meiner Meinung nach heißt das, den Leuten ihr Geld zu stehlen. Ich habe Jahr für Jahr an Greenpeace geschrieben und um ein Abkommen gebeten, das uns erlaubt, zusammenzuarbeiten, und jedes Jahr hat Greenpeace mein Angebot abgelehnt.

Greenpeace: In den meisten Fällen antworten wir einfach nicht auf Paul Watsons Kritik. Obwohl wir den Vorgehensweisen von Sea Shepherd nicht zustimmen, wissen wir doch auch, dass Gerüchte über Streitigkeiten innerhalb der Reihen von Umweltschutzgruppen von den wahren Anliegen ablenken, die uns verbinden und wir ziehen es vor, dass wenn die Medien über Walfang berichten, sie über die wahren Anliegen schreiben. Obwohl Paul Watson ein leidenschaftlicher Anti-Walfang-Aktivist ist, unterstützt er regelmäßig Angriffe gegen Greenpeace seine Förderer – einige von ihnen von den Walfängern selbst organisiert. [8]

Kapitän Paul Watson: Sea Shepherd hat niemals an irgendeiner von der Walfangindustrie organisierten Kampagne teilgenommen. Das ist eine bösartig, falsche und irreführende Behauptung. Wir haben Greenpeace dafür kritisiert, dass sie uns der Gewalt und des Terrorismus bezichtigt und Anerkennung für unsere Leistungen eingeheimst haben. Wir kritisieren Greenpeace außerdem dafür, dass sie für Dinge Geld sammeln, die sie gar nicht tun.

Greenpeace: Unsere Hingabe an die Gewaltlosigkeit: warum wir nicht kooperieren.

Paul Watson hat Greenpeace mehrmals öffentlich darum gebeten, die Position der Walfangflotte preiszugeben oder anderweitig mit Sea Shepherd in der Antarktis zusammenzuarbeiten, als die Schiffe beider Organisationen zur gleichen Zeit dort waren.

Kapitän Paul Watson: Wir haben Greenpeace immer die Koordinaten der Walfangflotte gegeben, wenn wir sie gefunden haben. Sie haben sich jedoch nie revanchiert. Jetzt geht es praxisfremd zu, weil sie nicht einmal mehr Schiffe entsenden, um gegen die Walfangoperationen vorzugehen.

Greenpeace: Wir wollen den Walfang unbedingt beenden und wir werden dies auf friedliche Weise tun. Das ist der Grund, warum wir Sea Shepherd nicht helfen. Greenpeace hat sich zur Gewaltlosigkeit verpflichtet und wir werden das niemals und für nichts in der Welt ändern. Wenn wir Sea Shepherd bei der Suche der Walfangflotte unterstützen würden, wären wir für alles, was sie mit dieser Information tun, verantwortlich und die Geschichte zeigt, dass sie in der Vergangenheit schon Gewalt angewendet haben und das in den gefährlichsten Meeren der Erde. Für uns ist die Gewaltlosigkeit ein unverhandelbares, wertvolles Prinzip. Greenpeace wird die Wale weiterhin verteidigen, aber niemals Walfänger angreifen oder gefährden.

Kapitän Paul Watson: Sea Shepherd hat noch nie Gewalt angewendet. Wir haben nie jemanden verletzt. Wir haben nie ein Verbrechen begangen oder sind wegen eines Verbrechens verurteilt worden. Dr. Martin Luther King sagte einmal, dass man keine Gewalt gegen ein gefühlloses Objekt anwenden kann. Wir haben die Unterstützung des Dalai Lama. Greenpeace hat mit Earth First zusammengearbeitet, eine Gruppe, die industrielle Geräte sabotiert. Greenpeacer haben Verbrechen begangen und sind wegen Verbrechen verurteilt worden. Greenpeace-Mitglieder wurden getötet und verletzt. Sea Shepherd-Mitglieder nicht. Greenpeace verteidigt das Stehlen von Eigentum aus der Post. In Wahrheit rechtfertigt Greenpeace seine Taten und verurteilt unsere nicht aufgrund der Methodik, sondern aus politischen Gründen. Indem Greenpeace sich weigert, uns zu unterstützen, waren sie für den Tod von Walen verantwortlich, die wir hätten retten können, denn während Greenpeace Fotos macht, schreitet Sea Shepherd ein, um Leben zu schützen.

Greenpeace: In Bezug darauf, was Gewalt ausmacht, sind wir anderer Ansicht als Paul Watson. Er behauptet, dass noch nie jemand durch die Taten von Sea Shepherd verletzt wurde. Aber das Kriterium für Gewaltlosigkeit besteht im Charakter deiner Tat, nicht ob dadurch jemand zu Schaden kommt oder nicht. Es gibt viele Gewaltakte die keinen Schaden verursachen – zum Beispiel jemandem eine Pistole an den Kopf halten. Doch dadurch wird ihr Charakter nicht verändert. Wir sind der Ansicht, dass das Werfen von Buttersäure, der Einsatz von Schraubenbremsen und das Androhen, Walfänger in den eisigen Gewässern der Antarktis zu rammen aufgrund der potenziellen Folgen Gewalt darstellt. Die Tatsache, dass diese Folgen noch nicht eingetreten sind, ist unerheblich.

Kapitän Paul Watson: Nach drei Jahrzehnten, die wir aktiv sind, haben wir unsere Fähigkeit bewiesen, Resultate zu erzielen, ohne Verletzungen zu verursachen oder Verbrechen zu begehen. Die Bewährungsprobe für Gewaltlosigkeit sind die Konsequenzen und Sea Shepherd geht mit extremer Vorsicht vor, Leben zu retten ohne Verletzungen zu verursachen. Wir praktizieren Gewaltlosigkeit im Geiste des Hayagriva, der buddhistischen Vorstellung aggressiver Gewaltlosigkeit oder der Ausübung zornvollen Mitgefühls. Mit anderen Worten, Einschüchterung ohne Verletzungen, um Erleuchtung zu erlangen. Der Dalai Lama ist Sea Shepherd-Unterstützer und ich glaube nicht, dass er uns unterstützen würde, wenn wir eine gewalttätige Organisation wären, so wie Greenpeace uns das immer vorwirft. Berücksichtigt man die oben genannte Logik, dann ist Greenpeace – ich wiederhole – auch der Gewaltausübung schuldig, denn indem sie Sea Shepherd ständig Gewalttätigkeit vorwerfen, liefern sie den Walfängern die Rechtfertigung, gewaltsam gegen uns vorzugehen.

Greenpeace: Wir sind der Meinung, dass die Anwendung von Gewalt jedoch nicht nur moralisch gesehen falsch ist, sondern auch ein taktischer Fehler. Wenn es einen Weg gibt, die öffentliche Meinung in Japan zu verhärten und sicherzustellen, dass der Walfang weitergeht, dann sind das gewalttätige Taktiken gegen ihre Flotte. Diese Taktiken sind falsch, weil Menschenleben gefährdet werden und sie sind falsch, weil die japanischen Walfänger dadurch an Stärke gewinnen.

Kapitän Paul Watson: Diese modernen Greenpeace-Bürokraten behaupten, dass alle ursprünglichen Greenpeace-Mitbegründer, die bei Sea Shepherd gearbeitet haben, moralisch im Unrecht sind. Mit anderen Worten, die Männer und Frauen, die Greenpeace erschaffen haben, werden von Emporkömmlingen, die heute für ihre Arbeit von Greenpeace bezahlt werden, verurteilt, moralisch im Unrecht zu sein. Keiner dieser Leute waren dabei, um das Fundament dieser Organisation aufzubauen, welche ihnen heute ihre angenehmen Löhne bezahlt. Ich habe bei Greenpeace keinen einzigen Tag meines Lebens gegen Bezahlung gearbeitet. Ich war Freiwilliger und meine lebenslange Mitgliedsnummer ist 007. Ich bin das achte Gründungsmitglied von Greenpeace, da Bob Hunter die Nummer 000 hatte und Bobbi Hunter die 001. Warum es letztlich geht ist, dass Sea Shepherd die Sprache spricht, die die Walfänger verstehen: Geschäfte. Wir machen ihre Profite seit sieben Jahren zunichte und das wird den Walfang beenden – nicht das Aufhängen von Transparenten und das Stehlen von Walfleisch aus der japanischen Post.

Greenpeace: Wir arbeiten mit vielen anderen Gruppen zusammen, deren Taktiken sich von unseren unterscheiden und wir wissen von der Kraft der Zusammenarbeit von Gruppen mit einem gemeinsamen Ziel und unterschiedlichen Arbeitsmethoden. Seit Jahrzehnten unterhalten wir produktive Beziehungen zum WWF, Friends of the Earth,International Fund for Animal Welfare, Sierra Club, Environmental Investigative Agency und unzähligen anderen Gruppen, die sich dem Walschutz verschrieben haben. Wir würden mit Sea Shepherd nur unter der Voraussetzung zusammenarbeiten, dass sie nicht leichtfertig Menschenleben gefährden.

Kapitän Paul Watson: Sie haben es versäumt zu erwähnen, dass sie mit Earth First zusammengearbeitet haben, einer Organisation, die industrielle Sabotageakte begangen hat. Sea Shepherd hat niemals Menschenleben gefährdet. Mitglieder von Greenpeace wurden jedoch verletzt und getötet.

Greenpeace: Um ein Beispiel zu nennen, hat Sea Shepherd im Jahre 2005/2006 versucht, die Schiffsschraube der Nisshin Maru mit einem Seil und einem Tau zu blockieren und berichteten auf ihrer Website:

Zwei unserer drei Schlauchboote hatten Vorrichtungen an Bord, die ihre Schiffsschraube blockieren sollte. Diese Vorrichtung besteht im Grunde genommen aus zwei Bojen, die mit einem Stahlseil und einem Seil verbunden sind. Das Seil wurde vor dem Schiff ausgeworfen in der Hoffnung, dass die Maru darüber fahren, das Seil unter dem Rumpf hindurchgeleiten und am Heck in die Schiffsschraube geraten würde, mit dem Effekt, dass das Schiff langsamer werden oder völlig gestoppt werden würde. Die Maru flüchtete mit voller Geschwindigkeit vor der Farley. Beide Schlauchboote setzten die Schraubenbremsen mehrmals ein, doch schien die Taktik bei dem Riesen Nisshin Maru nicht zu funktionieren...

Nachdem wir keine Möglichkeiten und beide Schraubenbremsen verloren hatten, schien alle Hoffnung, die Maru abzubremsen verloren...

Ein Schiff in der Antarktis funktionsunfähig zu machen, egal wie sehr man gegen seine Aktivitäten ist, ist nicht nur eine herzlose Tat und eine Missachtung menschlichen Lebens, sondern es fordert eine Umweltkatastrophe in einem der sensibelsten Ökosysteme der Welt heraus.

Kapitän Paul Watson: Wir wenden Einschüchterungstaktiken an, weil wir wissen, dass die Schraubenbremsen keinen dauerhaften Schaden an den Schiffen anrichten, sie aber so weit abbremsen, dass sie keine Wale jagen können. Wir wissen, dass die japanischen Schiffe scharfe Blätter an ihren Schrauben haben, die die Seile zerschneiden.

Greenpeace: Solche Taktiken sind nicht nur für die Walfänger gefährlich, sondern sie gefährden auch die Bestrebung den Walfang zu beenden. Unsere politische Analyse ist eindeutig: Wenn der japanische Walfang gestoppt werden soll, wird dies durch eine Entscheidung der japanischen Regierung geschehen. Deswegen haben wir viel investiert, um ein Greenpeace-Büro in Japan zu eröffnen und bemühen uns direkt mit der japanischen Öffentlichkeit zu reden – 70 Prozent wissen nämlich überhaupt nichts vom Walfang im Südpolarmeer. Die Mehrheit derjenigen, die das Walfangprogramm kennt, ist dagegen. Während der letzten zehn Jahre schwand die Unterstützung für den Walfang immer mehr. Der Walfleischverbrauch geht zurück, die Kosten des Programms für den Steuerzahler werden von der Geschäftswelt hinterfragt und die politischen Kosten des Programms haben im japanischen Außenministerium Gegenstimmen erzeugt. Dieser Fortschritt könnte durch eine nationalistische Gegenreaktion rückgängig gemacht werden. Indem Sea Shepherd es der Gegenseite erleichtert, Anti-Walfanggruppen als gefährliche, piratenhafte Terroristen hinzustellen, könnte Sea Shepherd die Kräfte in Japan, die den Walfang wirklich beenden könnten, untergraben.


Kapitän Paul Watson: Aufgrund unserer dramatischen Aktionen in der Antarktis kennen die Japaner die illegalen Aktivitäten ihrer Walfangflotte im Südpolarmeer jetzt sehr genau. Das ist Aufklärungsarbeit und wir haben eine internationale TV-Show, die unseren Standpunkt rüberbringt. Die japanische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, gegen den Walfang zu sein, ist keine Garantie dafür, dass sich irgendetwas ändert. Der Mehrheit der Kanadier ist gegen das jährliche, kommerzielle Robbenabschlachten, doch die Robbenjagd wird weiterhin von der kanadischen Regierung subventioniert. Greenpeace hat mit seinen öffentlichen Aufklärungsprogrammen sehr wenig erreicht und diese Programme beinhalteten Aktionen, bei denen Greenpeacer öffentlich Walfleisch aßen, um ihren Respekt für die japanische Kultur zu zeigen.

Greenpeace: Wir bei Greenpeace haben ein ziemlich dickes Fell. Wenn man mächtige Gruppen herausfordert, dann muss man bereit sein, Vorwürfe von Hintergedanken und verborgenen Motiven hinzunehmen. Es ist bedauernswert, wenn wir Zeit damit verbringen müssen, Beschuss durch die eigene Seite zu erwidern – Angriffe von einer Organisation, die die gleichen Ziele hat wie wir. Starke Meinungsverschiedenheiten machen uns nichts aus, aber wir sind gegen Unwahrheiten.

Kapitän Paul Watson: Sea Shepherd und Greenpeace haben nicht die gleichen Ziele. Uns liegt die Beendigung des Walfangs am Herzen, Greenpeace nicht. Greenpeace hat den unlängst gemachten Kompromissvorschlag unterstützt, der den japanischen Walfang legalisiert hätte. Greenpeace unterstützt auch nicht das Beenden der kommerziellen Robbenjagd in Kanada, das Delfinmassaker in Japan oder das Töten von Grindwalen auf den Färöer-Inseln. Greenpeace sendet keine Schiffe in die Antarktis, doch sie sammeln weiterhin Spenden für eine Kampagne, die auf das „Retten“ von Walen in einem Videospiel begrenzt ist.

Greenpeace: Der Artikel über Paul Watson in der Zeitung „New Yorker“ merkte über sein Buch "Earthforce!" folgendes an:

Watson rät seinen Lesern, sich, wenn nötig, Fakten und Zahlen auszudenken und sie Reportern selbstbewusst zu übermitteln „so wie es Ronald Reagan getan hat.“

Kapitän Paul Watson: Diese Aussage ist aus dem Zusammenhang gerissen. Ich habe erklärt, dass die modernen Medien von Politikern und Unternehmen beeinflusst werden, um die Wahrheit zu manipulieren und dass sich – das stimmt – Ronald Reagan Fakten ausgedacht hat, um seine politischen Ziele zu fördern, so wie es fast alle Politiker machen. Dies ist klassischer McLuhanismus und das Verstehen moderner Medienstrategien. Greenpeace tut das übrigens permanent, so wie die meisten anderen Organisationen, politischen Parteien und Unternehmen. Was früher als Lüge bezeichnet wurde, wird heute einfach Meinungsmache genannt und darin ist Greenpeace ein Meister geworden. Vielleicht bin ich diesbezüglich auch schuldig, aber im Vergleich zur Medienabteilung von Greenpeace bin ich nur ein Amateur.

Greenpeace: Paul Watson behauptet, dass Greenpeace nur in die Antarktis fährt, um Wale zu filmen, die getötet werden, mit Transparenten zu wedeln und Zeugen ihres Todes zu werden ohne dagegen etwas zu tun.

Das stimmt nicht.

Greenpeace rettet Wale.

Greenpeace hat das Leben unzähliger Wale direkt gerettet, indem wir unsere Boote zwischen die Harpune und den Wal manövriert haben und dies seit über 30 Jahren. Viele von uns haben bei diesen Aktionen von Island bis zur Antarktis ihr Leben riskiert. Doch während wir es als akzeptabel ansehen unser Leben für die Wale zu riskieren, halten wir es für inakzeptabel das Leben anderer zu gefährden.

Kapitän Paul Watson: Sie nutzen immer noch die Bilder von Bob Hunter und mir in den Schlauchbooten beim Blockieren der Harpunen in den Jahren 1975 und 1976. Sie vergessen jedoch, dass das Erbe, das Greenpeace zu dem gemacht hat, was es heute ist, auf das Konto von mir und anderen geht, welche heute nicht mehr bei Greenpeace sind. In Wirklichkeit gibt es heute kein einziges lebendes Gründungsmitglied, das heute noch bei Greenpeace tätig ist. Wir haben die Taktiken erfunden, mit denen sie sich heute brüsten. Doch das Töten von Walen haben sie nicht verhindert. Die japanischen Walfänger haben vor den Augen von Greenpeace Wale abgeschlachtet, während Greenpeace-Aktivisten Transparente hochhielten und Fotoaktionen durchführten, was ich „Ocean-Posing“ nenne.

Greenpeace: Im Jahre 2006 wurde eine Harpune über eines unserer Schlauchboote gefeuert und das Seil fiel hinein und zog eines unserer Besatzungsmitglieder in das eiskalte Wasser der Antarktis. Laut Aufzeichnungen der Walfänger (wir waren zu beschäftigt, um Aufzeichnungen zu machen), störten wir sie im Jahre 2006 26 mal. Kurz nachdem sie uns entdeckt hatten, fuhren die Walfänger mit voller Geschwindigkeit los. Ihre eigenen Aufzeichnungen zeigen, dass sie auf Grund unserer Störaktionen neun Jagdtage verloren haben. Die Walfänger haben unsere Schiffe zweimal gerammt, schlugen ein Besatzungsmitglied mit einer Eisenstange und setzten eine Hochleistungswasserkanone gegen uns ein. Trotz dieser Aktionen verfehlten sie ihre Quote um 82 Wale. Im Jahre 2008 flohen die Walfänger 14 Tage vor uns, Tage an denen sie keinen Walfang betreiben konnten. Da sie im Schnitt neun bis zehn Wale pro Tag fangen müssen, um ihre selbsternannte Quote zu erfüllen, rettete diese Aktion allein über 100 Walen das Leben.

Kapitän Paul Watson: Meiner Meinung nach konnten sie ihre Quote nicht erreichen, weil Sea Shepherd sie permanent verfolgt hat. Und ins Wasser zu fallen ist kein großes Problem, wenn man einen Trockenanzug oder einen Neoprenanzug unter dem Überlebensanzug trägt. Wir fallen die ganze Zeit ins Wasser, aber wir machen kein Drama daraus. Die Hochleistungswasserkanone kann man leicht vermeiden, aber Greenpeace fährt direkt darauf zu, da es dramatische Fotomöglichkeiten liefert. Sie posieren und machen Wal-Snuff-Filme daraus und das machen sie gut – doch das hat keinen einzigen Wal gerettet. Es könnte aufgefallen sein, dass sie in den Jahren zuvor als Sea Shepherd die Walfangflotte noch nicht verfolgt hatte, keine Behauptungen aufstellten, die Jagd erfolgreich gestört zu haben. Ich finde es interessant, dass sie behaupten zu beschäftigt gewesen zu sein, um Aufzeichnungen zu machen. Dafür ist ein Logbuch da und der Wachoffizier ist dafür verantwortlich diese Aufzeichnungen zu machen.

Greenpeace: Greenpeace setzt sich das ganze Jahr weltweit für die Rettung der Wale ein, inklusive einer Vielfalt an Taktiken.

Zusammen mit dem WWF waren wir die Hauptbefürworter, die öffentlichen Druck für das Moratorium gegen den kommerziellen Walfangs erzeugt haben, was 1982 vereinbart wurde. Diese einzelne Aktion hat das Leben hunderttausender Wale gerettet und beendete die Walfangaktivitäten der Sowjetunion, Brasilien, Peru, Chile und Spanien.

Wir haben politische Arbeit geleistet, um die Unterstützung für das Moratorium aufrechtzuerhalten und japanischen Plänen zum Stimmenkauf entgegenzuarbeiten. Es gab Jahre, in denen die Mehrheit der Umweltschützer am seidenen Faden hing, in einem Fall an einer Stimme. Durch die Lobbyarbeit bei umweltschutzfreundlichen Ländern, der Internationalen Walfangkommision beizutreten und Länder wie Dänemark erfolgreich dazu zu bringen ihre Politik in Sachen Umweltschutz zu ändern, haben Millionen von Unterstützern und Aktivisten still hinter den Kulissen gearbeitet, um Wale zu retten.

Kapitän Paul Watson: Ich und viele andere haben Druck erzeugt, um das Moratorium zu schaffen. Es war keine Errungenschaft von Greenpeace, sondern der Anti-Walfangbewegung. Sea Shepherd verhalf Ecuador der IWC beizutreten und gab eine Stimme für die Wale ab. Und Dänemark soll seine Politik verändert haben? Ich glaube kaum. Dänemark ist ein Hauptbefürworter des Walfangs und tausende von Grindwalen werden jedes Jahr auf den dänischen Färöer-Inseln umgebracht. Dort hat Sea Shepherd viermal eingegriffen und Greenpeace noch nie, weil sie sagten, dass ihre Unterstützer in Dänemark eine Einmischung in ihre Kultur nicht befürworten. Anscheinend ist das Einmischen in alle Kulturen anderer Länder für die Dänen in Ordnung.

Was Greenpeace vergisst, ist dass es nur wenige Personen gibt, die seit 1974 bis heute für die Wale aktiv sind, so wie ich. Das sind 37 Jahre Verteidigung der Wale in sämtlichen Meeren der Erde und dennoch tun sie meine Erfahrung und meine Beharrlichkeit als etwas Negatives ab. Ich mache heute nur das, was ich vor über 30 Jahren bei Greenpeace getan habe. Greenpeace hat sich verändert – ich nicht. Es gibt keinen anderen Greenpeace-Aktivisten der ersten Tage, der heute noch am Leben ist und die Wale seit damals verteidigt.

Greenpeace: Die Arbeit in Japan, um den Walfang zu beenden.

Seit 1989 gibt es in Japan ein Greenpeace-Büro. Als Ergebnis von harter, beständiger Arbeit über die Jahre haben wir es geschafft, den Walfang zu einem Diskussionsthema in Japan zu machen, wo es vorher noch keine Debatte gab. Wir haben japanische Berühmtheiten, Musiker und Künstler dazu gebracht, sich gegen den Walfang auszusprechen und haben Werbebemühungen der japanischen Regierung bloßgestellt, die auf das Konto der Steuerzahler gehen, indem wir Verschwendung und Korruption in der Bürokratie, die den Walfang unterstützt, ans Tageslicht gebracht haben. Wir haben Kritik am Walfang in einigen der größten Zeitungen Japans hervorgebracht und es geschafft, dass Artikel in der Wirtschaftspresse veröffentlicht wurden, die die Frage stellen, ob Japan nicht sein Walfangprogramm einstellen sollte.

Kapitän Paul Watson: Sea Shepherd ist seit 1981 in Japan aktiv als wir damit begannen, Delfine aus den Netzen ihrer Mörder zu befreien. Unsere Bemühungen haben tatsächlich Leben gerettet. Die Anstrengungen von Greenpeace haben nicht einmal eine Delle in der japanischen Politik hinsichtlich des Walfangs hinterlassen. Die japanischen Geschäftsleute verstehen das Prinzip von Gewinn und Verlust und haben nur wenig für sentimentale Kampagnen übrig. Grausamkeit interessiert sie einfach nicht und auch bei Umweltschutzangelegenheiten sind sie offenbar kaum besorgt. Sea Shepherd spricht die eine Sprache, die sie verstehen – Gewinn und Verlust – und wir haben sie finanziell an den Rand gebracht mit Profitverlusten über fünf aufeinander folgende Jahre.

Greenpeace: Am 15. Mai 2008 konnte Greenpeace durch den Einsatz von Undercover-Ermittlern und Zeugenaussagen von Informanten aufdecken, dass Walfleisch, getarnt als persönliches Gepäck mit der Aufschrift „Karton“ oder „Gesalzenes“, vom Fabrikschiff Nisshin Maru geschmuggelt wurde und an die Wohnungen von Besatzungsmitgliedern adressiert war. Die Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki fingen eine von vier Kisten ab, welche an eine Adresse verschickt wurden, entdeckten, dass sie Walfleisch im Wert von bis zu 3000 US-Dollar enthielt und übergaben sie dem Staatsanwalt in Tokyo.


Kapitän Paul Watson: Der Walfang ist illegal und deshalb ist es mir auch ein Rätsel, was das Aufdecken von Korruption innerhalb einer illegalen Industrie bringen soll. Die Einzigen, die wegen des Diebstahls von Walfleisch besorgt sind, sind die Walfänger. Das ist so, als ob das FBI zu Gunsten des Bosses in den Reihen der Mafia ermittelt. Walfleisch aus der japanischen Post zu stehlen hat nichts damit zu tun, den illegalen Walfang der japanischen Walfangflotte in der Antarktis zu beenden.

Greenpeace: Ihre öffentliche Pressekonferenz zog die Aufmerksamkeit ganz Japans auf sich und führte zu einem Versprechen des Staatsanwalts, die Vorwürfe „in vollem Umfang zu untersuchen“.

Stattdessen wurden Junichi und Toru wegen des Diebstahls von Walfleisch verhaftet und die skandalösen Ermittlungen wurden noch am selben Tag vom Büro des Staatsanwalts in Tokyo eingestellt. Es war klar, dass die beiden Ereignisse zusammenhingen, und ebenso deutlich, dass beide politisch motiviert waren. Obwohl Junichi und Toru zu 100% mit der Polizei zusammenarbeiteten, dauerte es fünf Wochen bis Verhaftungen durchgeführt wurden und als sie das taten, stürmten mehr als 40 Polizeibeamte das Greenpeace-Büro in Japan, während die Medien von der Polizei zuvor noch einen Tipp bekamen. Die Greenpeace-Aktivisten erfuhren von ihrer bevorstehenden Verhaftung aus den Fernsehnachrichten am selben Tag als die Unterschlagungsvorwürfe fallengelassen wurden.

Kapitän Paul Watson: Die Anklagen könnten wirklich politisch motiviert gewesen sein, aber Greenpeace hat sich selber in die Lage manövriert, des Diebstahls angeklagt zu werden. Es war eine unkluge Taktik. Strategie erfordert Vorbereitung. Das Positive daran war, dass der Fall die Aufmerksamkeit auf den illegalen Walfang gelenkt hat.

Greenpeace: Den beiden Aktivisten drohen jetzt bis zu zehn Jahre Gefängnis. Wir sehen sie als politische Gefangene und sind der Ansicht, dass dies ein Versuch von mächtigen Leuten ist, Greenpeace in der japanischen Gesellschaft in Verruf zu bringen. Das bedeutet, dass wir einen Nerv getroffen haben. Wir haben die Absicht, mit aller Kraft den Spieß umzudrehen und die Interessen der Walfänger vor das Gericht des öffentlichen Interesses in Japan zu bringen. Die Reaktion der Walfänger ist unserer Meinung nach in Übereinstimmung damit, wie die meisten erfolgreichen Greenpeace-Kampagnen verlaufen: Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich. Und dann gewinnst du.“

Kapitän Paul Watson: Das ist amüsant, denn genau das gleiche hat Greenpeace mit Sea Shepherd gemacht. Erst haben sie uns ignoriert, dann haben sie uns ausgelacht und schließlich angegriffen. Ich kann mich noch an die Aussage des Greenpeace-Leiters David McTaggart erinnern, als er der Zeitung „The Age“ bei der Frage nach Sea Shepherd antwortete: „Sea Shepherd? Nie von denen gehört.“ Und dann fügte er hinzu „Sie sind unwichtig.“ Japan braucht keine Kampagne, um Greenpeace in Japan in Verruf zu bringen. Das wurden sie nämlich schon vor vielen Jahren. Damals versuchten sie aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, indem sie behaupteten, all ihre Energie auf die Verteidigung ihrer zwei japanischen Greenpeace-Leiter richten zu müssen. Das war nur eine bequeme Ausrede, um kein Schiff samt Besatzung in die Antarktis schicken zu müssen. Sie könnten sich mit Sicherheit beides leisten. Jetzt, wo die Männer auf freiem Fuß sind, beabsichtigt Greenpeace immer noch nicht mit einem Schiff in das Südpolarmeer zurückzukehren, obwohl sie zu diesem Zweck weiterhin Spenden sammeln. Die beiden Greenpeace-Aktivisten erhielten Bewährungsstrafen.

Greenpeace: Greenpeace hat zu viel Geld?

Watson stellt Greenpeace gerne so hin, als ob wir über große Reichtümer verfügen würden, doch die Wahrheit ist, dass Greenpeace kein Geld von Regierungen oder Unternehmen annimmt und unsere finanziellen Mittel sind winzig im Vergleich dazu, welche Aufgaben vor uns liegen. Wir sind fast ausschließlich auf die Spenden von fast 3 Millionen Menschen auf der ganzen Welt angewiesen und wir verwenden diese hart verdienten Spenden so, dass wir erfolgreiche Kampagnen für die Umwelt führen.

Kapitän Paul Watson: Es ist nicht wahr, dass sie keine Gelder von Regierungen oder Unternehmen angenommen haben. Im Jahre 1976 habe ich gegen die Entscheidung gestimmt, als Greenpeace eine große Spende von Ed Daly of Air America, auch als C.I.A. Airways bekannt, angenommen hat. An die Spende war die Bedingung geknüpft, dass Greenpeace die sowjetische Walfangflotte weiterhin schikaniert und die japanische Walfangflotte in Ruhe lässt. Genau genommen war dies der Beginn meiner Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstand von Greenpeace. Greenpeace nahm auch Mitte der 1980er Jahre eine sehr große Spende von der Sowjetunion an, um ein Friedenskonzert in Moskau zu unterstützen. Wie ich feststelle, behauptet Greenpeace, dass sie fast ausschließlich auf Spenden von Mitgliedern angewiesen sind. Das bedeutet, dass sie auch über andere Spendenquellen verfügen.

Greenpeace: Um unser Budget einmal zu vergleichen: Im Jahre 2007 machte Exxon-Mobil mehr Umsatz in weniger als sechs Stunden als Greenpeace in einem ganzen Jahr durch alle Unterstützer macht. Unsere jährlichen Spenden belaufen sich auf weniger als sieben Tage illegaler Forstwirtschaft weltweit oder drei Tage an Subventionen für die weltweite Fischerei-Industrie. Die Atomindustrie gibt mehr Geld für Werbung aus, als Greenpeace International an sämtlichem Betriebsbudget zur Verfügung hat.

Kapitän Paul Watson: Das ist ein absurder Vergleich, aber er verdeutlicht wie viel Spenden Greenpeace tatsächlich aufbringt. Exxon-Mobil verdient unglaublich viel Geld in sechs Stunden und die Subventionen für die weltweite Fischerei-Industrie belaufen sich auf ungefähr 75 Milliarden Dollar, also sind drei Tage an Subventionen ungefähr 600 Millionen Dollar, was ungefähr das doppelte des tatsächlichen Budgets von Greenpeace ist. Ich beneide Greenpeace wegen dieses Budgets nicht, ich würde mir nur wünschen, dass sie die Gelder effektiver einsetzen würden.

Greenpeace: Die gesamte Aufschlüsselung was wir an Spenden einnehmen, was wir verbrauchen und wozu wir es verbrauchen wird in unserem Jahresbericht veröffentlicht.

Am wichtigsten ist aber, dass Greenpeace Resultate erzielt. In den drei Jahrzehnten seit unserer Gründung haben wir unser einzigartiges Markenzeichen der gewaltlosen direkten Aktion mit politischer Lobbyarbeit, wissenschaftlicher Forschung und Mobilmachung der Öffentlichkeit kombiniert, um Atomwaffentests zu beenden, die Verklappung von gefährlichen Abfällen auf See zu stoppen, das Moratorium gegen den kommerziellen Walfang zu sichern und ein Dutzend anderer bedeutender Schritte in die Richtung unseres höchsten Zieles einer grünen und friedlichen Zukunft für unseren Planeten zu tun

Kapitän Paul Watson: Ich bestreite nicht, dass vieles davon auf das Konto von Greenpeace geht. Und es ist Fakt, dass es engagierte Greenpeace-Aktivisten mit guten Absichten gibt, die von der Sache überzeugt sind. Doch ich würde Greenpeace mit der katholischen Kirche vergleichen. Es gibt tausende von engagierten katholischen Pfarrern und Nonnen, die den Armen auf der ganzen Welt helfen, aber sie sind nicht der Papst. Die katholische Kirche als Institution ist reich, korrupt und mächtig, aber das ist nicht die Schuld ihrer Anhänger. Greenpeace verkauft heute ökologischen Dispens so wie der Papst Rodrigo Borgia einst den Dispens in den Himmel verkaufte. Greenpeace ist zur weltgrößten Wohlfühl-Organisation geworden. Treten Sie Greenpeace bei und Sie werden ein Teil der Lösung ohne ihren Lebensstil ändern zu müssen. Es ist ein wachsender Geschäftszweig. Es gibt die Illusion, dass Greenpeace Resultate erzielt und in manchen Fällen tun sie das auch, aber in Wirklichkeit gibt es wenig gute Ware fürs Geld. Greenpeace ist zu einer Organisation geworden, die Kompromisse schließt.

Greenpeace: Schlussfolgerung

Paul Watson kann gerne seine Meinung zu Greenpeace äußern – als progressivere Umweltschutzorganisation haben wir ein weites Spektrum an Kritikern und wir begrüßen faire Kritik. Wir erwarten jedoch, dass faire Diskussionen auf Fakten und nicht Unwahrheiten gestützt sind.

Kapitän Paul Watson: Ich bin mehr als bereit mit Greenpeace zusammenarbeiten, so lange sie die großen Summen der Gelder, die sie zur Verteidigung der Wale sammeln, auch wirklich zur Verteidigung der Wale einsetzen. Als Mitbegründer von Greenpeace muss ich sagen, dass ich stolz auf die Idee namens Greenpeace bin, die wir in den frühen 1970er Jahren in Bewegung gesetzt haben. Damals sahen wir es als Bewegung und nicht als das Unternehmen, zu dem es heute geworden ist. Wenn Greenpeace damit aufhört uns als gewalttätig zu bezeichnen, denn werden wir damit aufhören sie öffentlich als ineffektiv zu bezeichnen. Wenn Greenpeace damit aufhört uns als Ökoterroristen zu bezeichnen, werden wir sie nicht mehr öffentlich beschuldigen, die Natur zu einer vermarktungsfähigen Geldquelle zu machen. Wenn Greenpeace ihre gesammelten Spendengelder zur Rettung der Wale wirklich dazu verwendet Wale zu retten, dann werden wir sie nicht mehr des Betrugs bezichtigen. Und wenn Greenpeace zu guter Letzt nicht diese Fiktion, die sie als Fakt bezeichnet, veröffentlicht hätte, hätte ich keine Antwort schreiben müssen.






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